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Claudia Weber auf dem Münchner Ostermarsch 4.04.2026 Marienplatz

2 Wochen 5 Tage ago
Claudia Weber auf dem Münchner Ostermarsch 4.04.2026 Marienplatz


Claudia Weber, Geschäftsführerin ver.di München
Ostermarsch München 2026

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als ich Mitte der achtziger Jahre in die Gewerkschaft eingetreten bin, hatten die Leute Angst vor dem Krieg. Es gab Leute, die dachten, nach 1989 (nach dem Kalten Krieg) ist das vorbei.

Aber dann kamen die Kriege um das zerfallene Jugoslawien. Dann kann das Massaker von Srebrenica.

Dann kamen die Bomben auf Belgrad.

Da haben wir schon gesehen, auf das Völkerrecht haben diejenigen nichts gegeben, die diese Kriege geführt haben.

Und heute? Krieg im Libanon, Krieg gegen den Iran, Krieg in Gaza, Krieg im Sudan, Krieg in der Ukraine, Krieg im Kongo - das Faustrecht, das Recht des Stärkeren, das Recht des Aggressiveren, das Recht des militärisch Überlegenen soll entscheidend sein zur Erlangung von Frieden.

Das, liebe Kolleginnen und Kollegen, das wird nicht klappen und das wollen wir auch nicht Liebe Kolleginnen und Kollegen.

Wir erleben eine Welt, in der der Rechtsbruch immer mehr normalisiert wird. Und dazu tragen auch Erklärungen des Bundeskanzlers Friedrich Merz bei, wenn er sagt, die Israelis würden im Iran halt die Drecksarbeit für uns machen

oder das Völkerrecht relativiert wie beim Angriff der USA in Venezuela. Das geht nicht Kolleginnen und Kollegen.

Wir wollen nicht, dass das mühsam errungene Völkerrecht relativiert und infrage gestellt wird. Wir wollen, dass Regeln gelten im Umgang der Völker, wenn es unterschiedliche Auffassungen gibt.

Wir wollen friedliche Lösungen von unterschiedlichen Interessen und Konflikten.

Deshalb sind wir hier.

Und natürlich haben unsere Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben Angst. Viele haben Angst.

Fragt mal die jungen Leute nach ihrer Meinung zur Wehrpflicht. Das ist ja auch normal, wenn die Kriege direkt vor unserer Haustür stattfinden.

Und es sind mehr und mehr geworden und das macht natürlich Angst.

Und deshalb Kolleginnen und Kollegen ist die gewerkschaftliche Beschlusslage zum Thema Frieden auch schon so, dass klar ist, dass sich dieses Land, in dem wir leben, verteidigen können muss. Das wird nicht jedem hier gefallen.

Aber genauso klar ist auch, dass eine zügellose völlig aus dem Ruder laufende Aufrüstungspolitik erhebliche Risiken in sich trägt. Wer Waffen sät, Kolleginnen und Kollegen, der wird irgendwann Krieg ernten.

Die Dimension der Aufrüstung hat inzwischen auch meine Vorstellungskraft gesprengt. Das, was dieser Irre im Weißen Haus verlangt, sind nicht die 2 %, gegen die wir eine Beschlusslage des letzten DGB-Bundeskongresses haben oder 100 Milliarden, die der letzte Bundestag mit der Zeitenwende freigegeben hat.

Wenn das Aufrüstungsprogramm so durchgezogen wird, wie die USA das Verlangen, geben wir in zehn Jahren 215 Milliarden € für Rüstung aus. Der letzte Bundeshaushalt hat etwas über 500 Milliarden € Volumen.

Das, liebe Kolleginnen und Kollegen geht einfach nicht.

Es ist ja jetzt schon so, dass Geld an allen Ecken und Enden fehlt. Schaut euch die Diskussion um die Sozialsysteme an.

Kürzungen, Beitragserhöhungen, wer zahlt die Zeche - wir.

Schaut euch das Bildungssystem an. Kürzungen, keine Investitionen, wer zahlt die Zeche – wir.

Und vom ökologischen Umbau, dennoch offenkundig notwendig ist, da reden immer weniger von einem Weg nach vorne. Wer zahlt die Zeche – wir.

Wir und unsere Kinder und deren Kinder. Die werden die Zeche zahlen und das Liebe Kolleginnen und Kollegen wollen wir auf gar keinen Fall. Auch dafür stehen wir hier.

Und manchmal Liebe Kolleginnen und Kollegen habe ich den Verdacht, das Ganze ist doch von Interessen geleitet. Schaut euch an, wie sich der Aktienkurs der Firma Rheinmetall entwickelt hat. Da wird einem doch schwindlig.

Schaut euch auch an, wie sich dieser Aktienkurs entwickelt, wenn es irgendwo auf der Welt mal nach Frieden aussieht. Der Aktienkurs sinkt. Was ist das für ein perverses System.

Und dann haben wir die Reichen und Superreichen. Die machen sich einen schlanken Fuß.

Kein Mensch glaubt, dass es eine politische Konstellation geben könnte, dass die mal zur Kasse gebeten werden. Das ist schon eine Schräglage die ist bedenklich und treibt die Gesellschaft immer weiter auseinander.

Die Stimmung im Land ist schlecht und sie wird immer schlechter. Viele Leute wissen nicht mehr, wie sie mit ihrem Geld über die Runden kommen. Schaut euch die Spritpreise an. Schaut euch die Mieten an.

Wer krank wird, soll immer mehr selber zahlen. Bei der Pflege ist das schon so. Altersarmut, gleichzeitig der Mythos vom Missbrauch des Sozialsystems.

Ihr wisst es selber, woher die schlechte Stimmung kommt. Und das führt dann zu einem Erstarken der Rechtsextremen.

Rechtsextreme als Volkspartei der Arbeiter. Wie furchtbar ist das denn.

Das Liebe Kolleginnen und Kollegen hatten wir schon mal in der Geschichte und wir haben uns geschworen und versprochen: Das gibt es nie wieder!

Frieden ist nicht alles aber ohne Frieden ist alles nichts.

Nie wieder Faschismus!

Nie wieder Krieg!

Danke fürs zuhören.
 

 

admin-0 9. April 2026 - 16:45
admin-0

IMI-Reden bei den Ostermärschen

2 Wochen 6 Tage ago
————————————— Redebeitrag von Tobias Pflüger beim Ostermarsch in Ulm am 6. April 2026— Redebeitrag von Thomas Gruber beim Ostermarsch in Landshut am 6. April 2026— Redebeitrag von Pablo Flock beim Ostermarsch in München am 4. April 2026— Redebeitrag von Jackie (…)

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IMI

„In Geld gegossenes Scheitern“

3 Wochen ago
Mit militärischer Verlässlichkeit läuft ein Bundeswehr-Großprojekt nach dem anderen aus dem Ruder. Jüngstes Beispiel dafür sind – erneut – die Funkgeräte der Truppe, die das Herzstück der Digitalisierung Landbasierter Operationen (D-LBO) darstellen. Wann die Geräte bei der Bundeswehr eingeführt werden (…)

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IMI

Turbo-Zeitenwende: Kanonen statt Butter

3 Wochen 3 Tage ago
Liebe Freundinnen und Freunde, gleich nach der letzten Bundestagwahl gab Friedrich Merz den Startschuss für eine „Turbo-Zeitenwende“ oder „Zeitenwende 2.0“ gegeben. Deutschland soll die „Sprache der Macht“ lernen und zur „stärksten konventionellen Armee in Europa“ werden, erzählt der Kanzler seither (…)

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IMI

Pressemitteilung Ostermarsch München 2026

3 Wochen 4 Tage ago
Pressemitteilung Ostermarsch München 2026 PRESSEMITTEILUNG München, 31. März 2026  

Völkerrecht statt Faustrecht: Münchner Friedensbewegung warnt vor Eskalationsspirale – Diplomatie jetzt!

Auf einen Blick

  • Anlass: Ostermarsch München 2026 unter dem Motto „Völkerrecht statt Faustrecht“.
  • Warnung: Die Erosion des Völkerrechts senkt Hemmschwellen – Eskalationsspiralen bis hin zu einem großen Krieg werden wahrscheinlicher.
  • Globaler Impact: Schon die Drohung selektiver Einschränkungen zentraler Seewege (u. a. Straße von Hormus/Route Richtung Suez) kann Energiepreise und Lieferketten weltweit destabilisieren.
  • Forderungen: UN-gestützte Diplomatie und Waffenruhen, keine Einflusszonen-/Annexions- und Regime-Change-Politik, Abrüstung statt Aufrüstung; keine neuen US-Raketensysteme in Deutschland.
Die Münchner Friedensbewegung sieht die internationale Sicherheitslage an einem gefährlichen Kipppunkt: Die Eskalation im Nahen und Mittleren Osten und der anhaltende Krieg in der Ukraine drohen sich gegenseitig zu verstärken. Wo das Gewaltverbot der UN-Charta missachtet und Diplomatie durch militärische Logik ersetzt wird, steigt das Risiko einer regionalen Kettenreaktion bis hin zu einem großflächigen Krieg. Vor dem Ostermarsch 2026 fordert die Friedensbewegung eine konsequente Rückkehr zu Völkerrecht und Verhandlungen.   Das Münchner Friedensbündnis, Veranstalter des Ostermarsches 2026, stellt seinen Aufruf unter das Motto „Völkerrecht statt Faustrecht“. Maßstab ist die Charta der Vereinten Nationen: Gewaltverbot, Schutz der Zivilbevölkerung und das Gebot, Konflikte friedlich beizulegen. Wenn diese Regeln zur Verhandlungsmasse werden, wird auch kollektive Sicherheit zur Illusion. Mit großer Sorge beobachten wir, dass die militärische Eskalation im Nahen und Mittleren Osten weitere Staaten und nichtstaatliche Akteure erfassen kann. Der Ökonom Prof. Jeffrey Sachs hat in einem Interview mit Glenn Diesen vor einer Entwicklung „in Richtung Dritter Weltkrieg“ gewarnt, wenn Deeskalationsmechanismen versagen. Entscheidend ist: Je mehr das Völkerrecht politisch relativiert wird, desto geringer werden die Hemmschwellen für Gewalt – und desto schwerer wird es, Eskalationen wieder einzufangen.   Zur militärischen Zuspitzung kommt eine gefährliche politische Rhetorik: Ankündigungen von „Regime Change“, Überlegungen zu Annexionen oder die Idee, die Welt erneut in Einflusszonen aufzuteilen, stehen im Widerspruch zu zentralen Prinzipien des Völkerrechts – der souveränen Gleichheit der Staaten, der territorialen Integrität und der Pflicht zur friedlichen Streitbeilegung. Solche Signale senken international die Schwelle für Gewaltanwendung und erhöhen das Risiko, dass Konflikte „durchgezogen“ statt verhandelt werden.  

Die Erfahrung aus früheren Krisen zeigt: Wenn Regeln durch Macht ersetzt werden, greifen Automatismen – Bündnislogiken, Vergeltungsschläge, Missverständnisse, Fehleinschätzungen. In einer Lage mit mehreren parallel laufenden Kriegen und hoher Aufrüstung kann das schneller als erwartet in einen großen Krieg münden. Deshalb rückt beim Ostermarsch 2026 eine Botschaft in den Mittelpunkt: Völkerrecht statt Faustrecht – als Voraussetzung für Deeskalation, Waffenruhe und politische Lösungen.

  Hinzu kommt ein weltwirtschaftlicher Risikofaktor: Schon die Ankündigung oder selektive Einschränkung sicherer Seewege in der Region – etwa in der Straße von Hormus – kann Energiepreise, Versicherungen und Lieferketten weltweit unter Druck setzen. Auch im Roten Meer ist die Lage fragil: In der Vergangenheit konnten Angriffe auf die Schifffahrt den Verkehr Richtung Suez-Kanal erheblich beeinträchtigen. Eine erneute Zuspitzung wäre ein zusätzlicher Eskalations- und Krisentreiber – mit globalen Folgen weit über die Region hinaus.  

Das Münchner Friedensbündnis fordert:

  • Konsequente Rückkehr zum Völkerrecht und zur UN-Charta: Keine Rechtfertigung von Angriffen durch Machtpolitik, „rote Linien“ oder Bündnislogik.
  • Keine Politik der Einflusszonen, keine Annexionen, keine „Regime Change“-Drohungen: Außenpolitik muss sich an UN-Charta und territorialer Integrität orientieren – auch gegenüber Kuba, Venezuela und in der Arktis.
  • Sofortige Deeskalation und ein belastbarer diplomatischer Prozess unter UN-Vermittlung – für Waffenruhen und Verhandlungen in der Ukraine, im Nahen und Mittleren Osten sowie in weiteren Konfliktregionen.
  • Schutz der Zivilbevölkerung und uneingeschränkter Zugang für humanitäre Hilfe; Aufklärung möglicher Völkerrechtsverstöße durch unabhängige internationale Instanzen.
  • Abrüstung und Rüstungskontrolle statt Aufrüstungsspiralen – inklusive Deeskalationskanälen, Transparenz und Krisenkommunikation, um Fehlkalkulationen zu verhindern.
  • Keine Stationierung neuer US-Raketensysteme in Deutschland; keine Schritte, die Deutschland weiter zur Zielscheibe machen.
In den letzten Jahrzehnten wurden völkerrechtliche Strukturen gestärkt – darunter der Internationale Strafgerichtshof und weitere internationale Mechanismen zur Aufklärung schwerer Verbrechen. Diese Institutionen müssen unabhängig arbeiten können und dürfen nicht politisch unter Druck gesetzt werden. Wer das Völkerrecht als „Hindernis“ diskreditiert, bereitet eine Normalisierung militärischer Gewalt vor.  

Heinz Michael Vilsmeier, Pressesprecher des Münchner Friedensbündnis: „Wer Frieden will, muss das Völkerrecht stärken – nicht umgehen. Jede weitere militärische Eskalation im Nahen und Mittleren Osten erhöht die Gefahr, dass immer mehr Staaten hineingezogen werden. Deutschland und Europa dürfen nicht Teil einer Eskalationslogik werden, sondern müssen auf Waffenruhe, Verhandlungen und UN-Vermittlung drängen.“

  Brigitte Obermayer: „Wenn das Völkerrecht fällt, fällt die wichtigste Brandmauer gegen den großen Krieg. Darum lautet unsere zentrale Botschaft: Völkerrecht statt Faustrecht.“   Ostermarsch München 2026
Unter dem Motto „Völkerrecht statt Faustrecht – Gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit!“ lädt das Münchner Friedensbündnis zum Ostermarsch am Karsamstag, 04.04.2026 ein: 10.00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst (Dreifaltigkeitskirche, Pacellistr. 6), 11.15 Uhr Auftaktkundgebung (Marienplatz), 12.00 Uhr Demonstration, 13.15 Uhr Abschluss mit Infomarkt und Kulturprogramm (Marienplatz).

Pressekontakt
Heinz Michael Vilsmeier – Pressesprecher Münchner Friedensbewegung
Telefon: +49 171 6827695
E-Mail: presse@muenchner-friedensbuendnis.de 
Web: https://muenchner-friedensbuendnis.de 
Newsletter: https://interview-online.blog/newsletter/   Für Rückfragen steht die Koordinatorin des Münchner Friedensbündnisses Brigitte Obermayer zur Verfügung. Sie erreichen sie unter obermayer@wilpf.de   — Abdruck frei. Wir bitten um Veröffentlichungshinweis. —   admin-0 2. April 2026 - 20:13
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IMI-Redner*innen bei Ostermärschen

3 Wochen 5 Tage ago
Die Ostermärsche stehen wieder bevor. Eine Übersicht über (fast) alle Termine hat wieder die Friedenskooperative bereitgestellt. Redner*innen der IMI werden bei folgenden Veranstaltungen sprechen: Pablo Flock am Ostersamstag (4.4.2026) beim Ostermarsch München (Auftakt 11:15 auf dem Marienplatz) Jacqueline Andres am (…)

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Plenum Friedensbündnis April 2026

3 Wochen 5 Tage ago
Plenum Friedensbündnis April 2026 Rundbrief Zeit Mi., 04/15/2026 - 19:30 Ort EineWeltHaus admin-0 2. April 2026 - 0:32 Veranstalter Münchner Friedensbündnis
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Die Zukunft ist olivgrün

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———————————–———————————– Die neue IMI-Studie „Die Zukunft ist olivgrün. Der Umbau der Gesellschaft für das Kriegsgeschäft“ von Andreas Seifert kann wie immer gratis von unserer Internetseite heruntergeladen werden. Damit wir in der Lage sind, unser Material gratis zur Verfügung zu stellen, (…)

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Aufrüstung um jeden Preis

1 Monat ago
Dieser Beitrag erschien in der März-Ausgabe des IMI-Magazins Ausdruck, in dem u.a. die Beiträge des letzten IMI-Kongresses „Militärrepublik verweigern!“ enthalten sind. Der Beitrag kann hier, die vollständige Ausgabe hier heruntergeladen werden.  „Whatever it takes“ – mit diesen Worten fasst Bundeskanzler (…)

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Kriegssüchtig - Ausstellung, Vernissage

1 Monat ago
Kriegssüchtig - Ausstellung, Vernissage Zeit Mo., 03/02/2026 - 18:00 admin-0 21. März 2026 - 22:40 Veranstalter Die PazifistInnen – Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Münchner Friedensbündnis HMV-Bildungswerk
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